Lebendiges Evangelium
Februar 2014


7.Sonntag im Jahreskreis
Regina Wühr
Geistliche Begleiterin Diözesanverband Augsburg

Schrifttext: Matthäus 5,38-48:

38 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn.

39 Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.

40 Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel.

41 Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm.

42 Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

43 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.

44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen,

45 damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

46 Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner?

47 Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?

48 Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

 

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Zugänge zum Text :

Die für den heutigen Sonntag ausgewählte Evangelienstelle umfasst die 5. und 6. Antithese der nur bei Mattäus stehenden und in 5,20 beginnenden Antithesenreihe. Alttestamentliche Gebote werden durch das Wort Jesu ("Ich aber sage euch…") entweder überboten oder aufgehoben.

Vers 38: Der Einleitungssatz nimmt Bezug auf den alttestamenlichen Grundsatz, Gleiches mit Gleichem zu Vergelten, um somit übermäßige Rache zu verhindern (Ex 21,24; Lev 24,20; Dtn 19,21).

Vers 39: Die Spuren dazu sind schon im Alten Testament gelegt (vgl. Spr 20,22; 24,29). Das Neue besteht darin, das Verlangte noch zu überbieten. Ein Schlag auf die rechte Wange, mit dem Handrücken der rechten Hand ausgeführt, galt als besonders entehrend.

Vers 40: Der Mantel diente zum Schutz vor der Nachtkälte und musste bei Pfändung vor Sonnenuntergang zurückgegeben werden (vgl. Ex 22,25f ; Dtn 24,13).

Vers 41: Diese Dienstleistung (wegekundige Begleitung oder Lastentragen) konnte von der römischen Besatzungsmacht jederzeit von der Bevölkerung verlangt bzw. erzwungen werden.

Ver 43: Es gibt bereits ein alttestamentliches Liebesgebot (Lev 19,18), aber keines, das vorschreibt, den Feind zu hassen (vgl. allerdings Ps 139,21f sowie das Schrifttum z. Zt. Jesu aus Quumran, das fordert, "die Söhne der Finsternis zu hassen.") Verse

44-47: Das Gebot der Feindesliebe verdichtet alle in den Antithesen erhobenen Forderungen; es geht darum, das bisherige Verhalten zu übertreffen (Zöllner und Heiden). Das Böse soll durch das Gute besiegt werden (vgl. Röm 12,14.20).

Vers 48: Dieser Satz beschließt die Reihen der Antithesen. "Vollkommen" meint hier, etwas mit ganzer Hingabe, mit ungeteiltem Herzen zu tun; ganz für Gott und den Nächsten aufgeschlossen zu sein. Darin klingt das in Lev 19,2 formulierte Heiligkeitsgesetz an, in dem es letztlich darum geht, Gott "nachzuahmen".

Bei der Lektüre des Textes stellt sich die Frage nach der Umsetzung. Es kann gewiss nicht gemeint sein, Straftäter frei herumlaufen zu lassen. Der Text kann auch gelesen werden als Verhaltensempfehlung in einer Verfolgungssituation, der die ersten Christen ja schon sehr bald ausgesetzt waren. Andererseits geht es bei den schwer zu verwirklichenden Forderungen um Haltungen, die über das gewöhnliche Verhalten hinausgehen, und möglicherweise beim anderen eine Sinnesänderung bewirken. Aus der Psychologie wissen wir heute, dass unkonventionelles Verhalten Teufelskreise aufbrechen und Eskalationen verhindern kann. Jedenfalls sind Christ/inn/en durch das Evangelium herausgefordert, sich "anders als die anderen" zu verhalten.

 

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Fragen zum Gespräch:

Wie wirkt der Text auf mich/auf uns?
Welche Fragen wirft er auf?

Wie gehe ich/wie gehen wir als Christ/inn/en, als KAB mit Konflikten, Kränkungen und zwängen um: im persönlichen Bereich, am Arbeitsplatz, in Gesellschaft und Kirche?
Welche konkreten Konsequenzen hat das Gebot der Feindesliebe für mich/für uns?
Wozu fordert mich/uns das Evangelium auf?
(Hier kann jede/r für sich bzw. die Gruppe einen Leitsatz formulieren, der persönlich bzw. in der Gruppe praktisch umgesetzt werden soll.)

 

Impuls:

Bitten wir den Herrn, dass er uns das Gesetz der Liebe verstehen lässt. Wie gut ist es, dieses Gesetz zu besitzen! Wie gut tut es uns, einander zu lieben, über alles hinweg! Ja, über alles hinweg! An jeden von uns ist die Mahnung des heiligen Paulus gerichtet: " Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute! " (Röm 12,21).
Und weiter: " Lasst uns nicht müde werden, das Gute zu tun " (Gal 6,9). Alle haben wir Sympathien und Antipathien, und vielleicht sind wir gerade in diesem Moment zornig auf jemanden. Sagen wir wenigstens zum Herrn: "Herr, ich bin zornig auf diesen, auf jene. Ich bitte dich für ihn und für sie."
Für den Menschen, über den wir ärgerlich sind, zu beten, ist ein schöner Schritt auf die Liebe zu, und es ist eine Tat der Evangelisierung. Tun wir es heute! Lassen wir uns nicht das Ideal der Bruderliebe nehmen!

Papst Franziskus in Evangelii Gaudium, Nr. 101

 

Gebet:

Herr,
Du kennst unser Elend:
Wir reden miteinander und verstehen uns nicht.
Wir schließen Verträge und vertragen uns nicht.
Wir sprechen vom Frieden und rüsten zum Krieg.
Zeig uns einen Ausweg.
Sende deinen Geist, damit er den Kreis des Bösen durchbricht
und das Angesicht der Erde erneuert.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Tagesgebet zur Auswahl Nr. 18 in Schott-Messbuch für die Wochentage

 

Lied:

Wo Menschen sich vergessen,
die Wege verlassen und neu beginnen, ganz neu,

Refr. da berühren sich Himmel und Erde,
dass Frieden werde unter uns,
da berühren sich Himmel und Erde,
dass Frieden werde unter uns.

Wo Menschen sich verschenken, die Liebe bedenken, und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich…

Wo Menschen sich verbünden, den Hass überwinden und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich… Da berühren sich Himmel und Erde…

in QuerBeet, Das Liederbuch, S. 13, Ketteler-Verlag

 

Lebendiges Evangelium Druckversion Februar 2014
Lebendiges Evangelium
Januar 2014


Zum 3.Sonntag im Jahreskreis,
Lesejahr A am Sonntag, den 26. Januar 2014
Erwin Helmer
Diözesanpräses Augsburg

Aus Fischern werden "Menschenfischer"
KAB bildet Laienapostel

Text:

AUS DEM HL. EVANGELIUM NACH MATTHÄUS 4,12-23 12:

Als Jesus hörte, dass man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, zog er sich nach Galiläa zurück.

13: Er verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali.

14: Denn es sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist:

15: Das Land Sebulon und das Land Naftali, die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, das heidnische Galiläa:

16: das Volk, das im Dunkel lebte, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen.

17: Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.


18: Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen ihre Netze in den See, denn sie waren Fischer.

19: Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.

20: Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.

21: Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie,

22: und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus.

23: Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden.

 

Zugänge zum Text:

Im ersten Abschnitt wird das öffentliche Auftreten Jesu eingeleitet. Mit Jesus Christus bricht eine neue Zeit an. Er ist die Erfüllung der Verheißungen der Propheten, er ist das Licht der Welt!

Zu Vers 15: Die Stämme Sebulon und Naftali waren um das Jahr 732 vor Christus von den Assyrern verschleppt worden. Seitdem wurde das Gebiet am See Genesareth und Galiläa auch von vielen Nicht-Juden bevölkert. Hier kündigt sich schon die Hinwendung zu allen Nicht-Juden an.

 

Im zweiten Abschnitt wird die Berufung der ersten Jünger berichtet.

Zu Vers 18: Der hebräische Name Simon bedeutet: "Er hat gehört"; "der Erhörte, der Gehörte, der von Gott erhörte". Der zweite Name des Simon deutet schon auf die große Aufgabe des Simon hin. Er wird von Jesus zu Petrus gemacht werden, zum "Fels", auf dem die Kirche aufgebaut wird. Andreas bedeutet "der Tapfere", der "Mannhafte".

 

Fragen für das Gespräch in der Gruppe:

1. Jesus lehrt und heilt zuerst im unruhigen Galiläa. Dort, wo Juden und Nicht-Juden zusammen leben. Wie leben wir mit Nicht-Christen zusammen?

2. Simon, der Hörende, hört und folgt dem Mann aus Nazareth. Ebenso sein Bruder Andreas, der Tapfere. Hören und verstehen, Hören und entsprechend handeln, hören und konsequent handeln - darauf kommt es an. Wo gelingt es mir?

3. "Kommt her, folgt mir nach!" Hat auch mich dieser Ruf getroffen? Wie habe ich ihn verstanden?

4. KAB will "Menschenfischerinnen" und "Menschenfischer", Laienapostel in der Welt der Arbeit bilden und befähigen. Was heißt das für uns?

 

Impulstexte- aus dem neuen CAJ-Gebetsprojekt 2.0:

Lass mich die richtigen Entscheidungen treffen

Arbeiter sind von Gott erschaffen,
warum?
Um sich abzuschaffen?
Arbeitet man noch zum Leben?
Oder lebt man doch um zu arbeiten?
Ist meine Arbeit es wert?
Ist mein Leben überhaupt die ganze Arbeit wert?
Keine Frage, Arbeit gehört zum Leben dazu,
doch was man daraus macht bestimmst

Du. Herr, lass mich die richtigen Entscheidungen treffen.
Herr, lass mich nicht mein Leben vergessen.

Marcus, CAJ Augsburg

 

Lebenswege

Lieber Gott,
Unsere Lebenswege gehen oft in ganz verschiedene Richtungen.
Oftmals gehen wir ein Stückchen
gemeinsam auf den Wegen,
die Du für uns vorgesehen hast.
Manchmal trennen sich unsere Pfade,
mal kreuzen sie sich wieder - mal auch nicht.

Wir danken Dir lieber Gott,
dass Du immer bei uns bist und uns führst -
egal welchen Weg wir wählen und einschlagen.

Meli, Dani, Carina, Sanna (beim Zeltlager), CAJ Eichstätt

 

Januar 2014

Die zwei Texte aus: "Hey Jesus, mein Freund und Kollege"
Ein wunderschönes Gebetbuch der CAJ, mit 111 Texten von Jugendlichen.
Gesammelt von den Geistlichen Leitern der CAJ (Christliche Arbeiter-Jugend),
Jacky Erwin Helmer und Stephen Makinya
Preis: 4,50 Euro
Bestellen über: CAJ Bundesverband,
Tel. 0201 - 62 10 65
e-Mail: bundesverband@caj.de
CAJ Bayern, Tel. 0911 - 24 44 95 26
e-Mail: corinna.caj@googlemail.com
Erhältlich auch im Buchhandel: ISBN 978-3-00-043977-3

 

Lebendiges Evangelium Druckversion Januar 2014
Februar 2014