Lebendiges Evangelium Juni 2013

Aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 9,11b-17):
Friedbert Böser
Diözesanpräses Freiburg

Text:

In jener Zeit redete Jesus zum Volk vom Reich Gottes und heilte alle, die seine Hilfe brauchten. Als der Tag zur Neige ging, kamen die Zwölf zu ihm und sagten: Schick die Menschen weg, damit sie in die umliegenden Dörfer und Gehöfte gehen, dort Unterkunft finden und etwas zu essen bekommen; denn wir sind hier an einem abgelegenen Ort.

Er antwortete: GEBT IHR IHNEN ZU ESSEN!

Sie sagten: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische; wir müßten erst weggehen und für alle diese Leute Essen kaufen. Es waren etwa fünftausend Männer.

Er erwiderte seinen Jüngern: Sagt ihnen, sie sollen sich in Gruppen zu ungefähr fünfzig zusammensetzen.

Die Jünger taten, was er ihnen sagte, und veranlaßten, daß sich alle setzten. Jesus aber nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, segnete sie und brach sie; dann gab er sie den Jüngern, damit sie diese an die Leute austeilten.
Und alle aßen und wurden satt. Als man die übriggebliebenen Brotstücke einsammelte, waren es zwölf Körbe voll.

 

Zugänge zum Text:

Jesus sendet seine Jünger aus "mit dem Auftrag, das Reich Gottes zu verkünden und zu heilen." (Lk 9,2). Die Verkündigung des Evangeliums und der Einsatz für das Wohl der Menschen gehören für Jesus unmittelbar zusammen.

Die Jünger haben bei ihrem missionarischen Einsatz erlebt, wie Gott durch sie gewirkt hat: Sie waren unterwegs - ohne Wanderstab, ohne Vorratstasche, ohne Geld. Sie hatten erlebt, daß auf ihr Wort hin Kranke geheilt und Dämonen ausgetrieben wurden. Aber: Trotz allem, was sie erlebt hatten, blieben sie in ihren alten Denkmustern verhaftet: "Schick die Menschen weg, damit sie Unterkunft und etwas zu essen bekommen."
Im Grunde hatten sie nicht begriffen, daß in Jesus wirklich das Reich Gottes in diese Welt gekommen ist.
Im vorliegenden Text beginnt das Wunder damit, daß die Menschen - auf die Weisung Jesu hin - sich in Gruppen zusammensetzen.


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Fragen zum Gespräch:

Wo werde ich herausgefordert von Jesus: ‚Gebt ihr ihnen zu essen!'
- in Gesellschaft und Politik
- am Arbeitsplatz
- im Verein
- in der Familie

Was haben wir - als KAB - als Kirche - den Menschen heute als Heils-bringend anzubieten?

Wie können unsere Gruppen und Gemeinschaften zu Heils-Bringern werden?


Impulstext:
"Ich kann predigen, so viel ich will und Menschen geschickt oder ungeschickt behandeln und wieder aufrichten, solange ich will: Solange der Mensch menschenunwürdig und unmenschlich leben muß, solange wird der Durchschnitt den Verhältnissen erliegen und weder beten noch denken. Es braucht die gründliche Änderung der Zustände des Lebens."
(Alfred Delp: Die Erziehung des Menschen zu Gott, 1944/45)

[Alfred Delp (1907-1945), Jesuit, wegen seiner Mitarbeit im ‚Kreisauer Kreis' hingerichtet von den Nazis. Der Text stammt aus: Notizen aus der Haft. 4, 312]

Lied

Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht
Und das Wort, das wir sprechen, als Lied erklingt,
Dann hat Gott unter uns schon ein Haus gebaut,
Dann wohnt er schon in unserer Welt.
Ja, dann schauen wir heut schon sein Angesicht
In der Liebe, die alles umfängt.

(Claus-Peter März / Kurt Grahl)

Juni 2013
Lebendiges Evangelium Druckversion Juni 2013